Obwohl die Wimpernlänge auf natürliche Weise proportional zur Augengröße ist, suchte man bereits im antiken Ägypten nach Methoden, um die dunkle Färbung und den dichten Wimpernkranz zu akzentuieren. Mit Hilfe der unterschiedlichsten Kosmetikprodukte wie Mascara, Wimpernserum oder künstlichen Wimpern greift man auch heutzutage der Natur gern unter die Arme. Ein intensiver Wimpernaufschlag wird als besonders attraktiv, verführerisch und oft auch als Zeichen von Weiblichkeit empfunden.

Lange Wimpern - angeboren oder nachgeholfen

Der Charme dichter Wimpern

Dass ein Großteil der Menschheit nach einem fülligen Wimpernkranz strebt oder dieses Merkmal zumindest als ästhetisch und anziehend empfindet, ist kein Zufall.
Aus einem psychologischen Blickwinkel ergeben sich zahlreiche Theorien zu diesem Phänomen. Zunächst strahlen lange Wimpern einen Anschein von umfassender Gesundheit aus. Einige Erkrankungen sowie innere Mangelerscheinungen beispielsweise von Vitaminen können sich in einem Ausfall der Wimpernhärchen offenbaren.
Des Weiteren vergrößern Wimpernverlängerungen zum Beispiel durch ein Wimpernserum optisch die Augen. Diese Thematik ist bereits vielen Menschen im Kontext des Kindchenschemas ein Begriff. Eine Studie des Elmhurst Colleges in Illinois bietet zusätzlichen, vertieften Aufschluss über weibliche Gesichtsmerkmale und die emotionalen Assoziationen, welche von diesen hervorrufen werden. Abgesehen von dem bereits bekannten Beschützerinstinkt wurden mit großen Augen auch Eigenschaften wie Freundlichkeit, Aufgeschlossenheit, Ehrlichkeit und Wärme in Verbindung gebracht.
Der Effekt dunklerer Wimpern, welcher durch Färbung oder Verdichtung erzielt wird, lässt die weiße Lederhaut im Auge heller und strahlender erscheinen. Dies intensiviert den Kontrast zum Limbus – dem dunklen Ring, welcher die Iris umgibt. Der Limbus wird demnach verstärkt wahrgenommen. Unterbewusst werden Gedanken an Jugendlichkeit und Abenteuerlust erweckt, da der Limbus im Prozess des Alterns zurückgeht und daher eher mit frühen Lebensphasen in Verbindung gebracht wird.

Der Grund, warum der Markt für wimpernbetonende Produkte vorrangig für Frauen ausgelegt ist, lässt sich ebenfalls auf psychologischer Ebene erklären. Als klassische Gesichtsmerkmale, welche Männlichkeit ausstrahlen, gelten eine markante Struktur der Kieferknochen und ausgeprägte Augenbrauen. Indem man Lippen oder Augen betont, wird der Fokus des Betrachters von diesen Teilen des Gesichts abgewendet. Potenziell männliche Charakteristiken in der Gesichtsstruktur werden bei Frauen somit verdeckt. Ein Artikel der Autorin Ashley Fetters vertieft diese psychologische Perspektive.

Anatomie der Wimper

Um zu verstehen, um welche Länge es sich bei einer Wimpernverlängerung durch Wimpernserum und co. handelt und mit welchen Wirkstoffen die Hersteller solcher Produkte werben, lohnt sich ein Blick auf die Struktur und Funktion der Wimper. Wimpern sind als leicht gekrümmte Härchen am oberen und unteren Lidrand definiert, welche sowohl zart als auch elastisch sind.

Die Härchen setzten mit der Wimpernwurzel am Augenlid an, wo sie von Schweiß- und Talgdrüsen umgeben sind. Wimpern bestehen auf molekularer Ebene hauptsächlich aus Keratin. Dies gilt als hauteigene Hornsubstanz und der Begriff vereint noch weitere wasserunlösliche Proteinarten unter sich. Diese Proteine sind Teil der Faser- und Gerüstsubstanzen, welche sich durch die Verkettung diverser Aminosäuren zu immer komplexeren und stabileren Strukturen zusammenschließen.
Die natürliche Lebensdauer eines Wimpernhaares beträgt im Durchschnitt 100 bis 150 Tage. In den ersten 90 bis 120 Tagen befindet sich das Härchen in der Wachstumsphase und fällt nach dem folgenden Zeitraum im ausgewachsenen Zustand aus. Im Anschluss kann die Regeneration beginnen.
Der obere Lidrand ist mit 150 bis 250 Wimpern sehr dicht bewachsen, wohingegen der Wimperkranz am unteren Augenlid mit 50 bis 100 Härchen etwas spärlicher ausgeprägt ist. Das Längenwachstum der oberen Wimpern beträgt ungefähr acht bis zwölf Millimeter. Im Vergleich dazu erreichen die daruntergelegenen Wimpern eine maximale Länge von acht Millimetern. Haarfarbe und Wimpernfarbe sind dabei im Normalfall identisch, da sie vom Anteil des Pigmentstoffes Melanin abhängig sind.

Attraktiv und praktisch zugleich

Die Wimpern besitzen einen wichtigen Part, indem sie die empfindliche Bindehaut des Auges vor Umwelteinflüssen schützen. Sowohl Schweiß und Schmutzpartikel als auch UV-Strahlung werden durch den reflexartigen Lidschlag der robusten Härchen abgewehrt. Ein aerodynamischer Nutzen ergibt sich außerdem, da sie die Augenpartie vor Austrocknung schützen. Indem die auftreffende Luft abgeleitet werden kann, wird die Strömungsgeschwindigkeit in Nähe der Augenpartie verringert.

Ein funktionaler Vorteil ergibt sich aus wimpernbetonenden und -verlängernden Produkten zwar nicht, doch der erhoffte optische Effekt genügt, um einen ständig expandierenden Zweig der Kosmetikindustrie zu unterhalten.

Von der Mascara bis zum Wimpernserum

Bei Interesse an Produkten, welche die Intensität der Wimpern unterstreichen, wird man in jedem handelsüblichen Drogeriemarkt, in Apotheken und zahlreichen Internetfilialen fündig.
Mascara – auch als Wimperntusche bezeichnet – stellt in diesem Kontext wohl den Klassiker dar. Auch künstliche Wimpern, welche mit speziellem Wimpernkleber in Nähe der Haarwurzeln befestigt werden, bieten eine günstige Alternative. Ein moderner Ansatz, um das Wachstum zu fördern und die Wimpern nachhaltig zu stärken, ist das Wimpernserum. Hier wird das Ziel eines dichten Wimpernkranzes mit der regelmäßigen Applikation einer bestimmten Wirkstoffkombination angestrebt. Wer mehr darüber erfahren will, sollte sich den Wimpernserum Test von MrsMad ansehen, der übrigens auch in verschiedenen Sprachen wie Englisch (“Comparison Test of the 3 Best Eyelash Serums“) oder Italienisch (“Test Comparativo sui 3 Migliori Sieri per Ciglia“) verfügbar ist..

Folgende Ergebnisse werden von diversen Wimperseren versprochen:

  • Anregung des Wimpernwachstums
  • spendet Feuchtigkeit
  • Verlängerung der Lebensdauer
  • Versorgung der Follikel mit Nährstoffen
  • Schutz vor Wimpernbruch durch geförderte Flexibilität
  • Stärkung der Wimpern
  • Vorbeugung gegen verfrühten Wimpernausfall

Einen aufschlussreichen Vergleich verschiedener Wimpernseren und die Auflistung derer Inhaltsstoffe mit jeweiliger Funktion finden sie in diesem Artikel von BBVB.

Der übliche Wirkzeitraum eines Serums reicht von 14 Tagen bis hin zu drei Monaten, ist allerdings in jedem Fall produktabhängig. Beim Kauf ist auf eine dermatologisch bestätigte Verträglichkeit zu achten und auch die potenziellen Nebenwirkungen dürfen nicht außer Acht gelassen werden.

Wimpern gelten demnach bereits seit Jahrtausenden als allgemeines Schönheitssymbol, was auf individuelle Präferenzen und in gleichem Maße auf psychologisch bedingte Assoziationen des Unterbewusstseins zurückzuführen ist. Wer bei seiner natürlichen Wimperlänge und -dichte nachhelfen möchte, findet dafür eine breite Auswahl an Kosmetikprodukten.