Die Färbung der Iris des Menschen ist genauso einzigartig wie sein Fingerabdruck. Trotz individueller Besonderheiten lässt sich der grundlegende Farbton allerdings einer Kategorie zuordnen. Die populärsten Augenfarben sind dabei Braun, Blau und Grün, wobei dieses Spektrum um eine Vielzahl an Mischfarben ergänzt wird. Zu den selteneren Farbvarianten der Regenbogenhaut zählen unter anderem gelbe, graue und rötliche Augen. Im Hinblick auf die globale Verteilung und Häufigkeit der Augenfarben sind konkrete Prozentangaben für den Fall brauner Augen möglich. In allen sonstigen Fällen ist die Grenzziehung zwischen Blau und Grün sowie beispielsweise zwischen hellen Blautönen und Grau von der Farbdefinition des jeweiligen Forscherteams abhängig. Studien über den Anteil der Augenfarben auf kontinentaler und globaler Ebene bieten dennoch eine Orientierung.

Augenfarben dieser Welt

Verbreitung der typischsten Augenfarben

Im folgenden Abschnitt werden statistische Erhebungen aufgegriffen, welche hauptsächlich auf den Datensätzen dieser Studie der Universität Köln basieren. Über den Menüpunkt “Results” gelangt man zu einer Tabelle, welche die Forschungsergebnisse zusammenfasst. Es werden weiter Angaben aus dem hier verlinkten Artikel hinzugezogen.

Braun

Die weltweit verbreitetste Augenfarbe ist unumstritten Braun mit einem Aufkommen von ungefähr 79 bis 80 Prozent innerhalb der Weltbevölkerung. Braunäugige Individuen besitzen eine höhere Konzentration des Pigmentstoffes Melanin in den Melanozyten der Horn- und der Regenbogenhaut. Die biologischen Ursachen der Augenfärbung werden im hier verlinkten Blogbeitrag näher aufgeschlüsselt. Der höhere Melaningehalt ist vorrangig in Zentral-, Ost- und Südostasien sowie in Afrika verzeichnet. Im Gegensatz dazu sind die helleren Augenfarben hauptsächlich in Europa, Westasien und Amerika zu finden. Mit 90,51 Prozent ist das zentralasiatische Usbekistan der Spitzenreiter unter den Ländern mit mehrheitlich braunäugiger Bevölkerung. Es wird davon ausgegangen, dass vor circa 10 000 Jahren nicht nur der Großteil der Menschheit braunäugig war, sondern Braun fast ausschließlich die Augenfarbe aller Menschen darstellte. Erst 2008 konnte ein Team dänischer Forscher eine plausible Hypothese für die Herkunft der helleren Augenfarben aufstellen.

Blau

Aufgrund einer Genmutation, welche ebenfalls im bereits genannten Blogartikel näher erläutert wird, entwickelten sich Personen mit Augenpaaren, deren Melaninanteil in Horn- und Regenbogenhaut deutlich unter dem damals üblichen Durchschnitt lag. Zunächst verbreitete sich dieses Merkmal durch die natürliche Vererbung größtenteils in Europa. Durch das Zeitalter des Kolonialismus seit Ende des 15. Jahrhunderts hielt diese Augenfarbe dann auch außerhalb der Grenzen des europäischen Kontinents Einzug. Heutzutage ist Blau mit ungefähr acht bis zehn Prozent die zweithäufigste Augenfarbe. Island ist mit einem 75prozentigen Anteil an blauäugigen Einwohnern der Tabellenführer – dicht darauf folgen Nordeuropäische Ländern wie Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark in absteigender Reihenfolge. Innerhalb Europas ist ein ungefährer Nord-Süd-Gradient zu erkennen, wobei der prozentuale Anteil blauäugiger Einwohner in Richtung Süden abnimmt.

Haselnussbraun

Diese Bezeichnung umschreibt eine Abweichung von der klassischen, dunklen Braunschattierung. Bei dieser Farbvariante ist je nach Lichteinfall eine Kombination aus Grün, Blau und Braun sichtbar. Ganze fünf Prozent der globalen Bevölkerung besitzen diese Augenfarbe.

Gelb

Zwar sind bernsteinartige Augen beim Menschen eine Rarität doch im Tierreich ist diese Augenfarbe weit verbreitet, weshalb sie an dieser Stelle kurz mit vorgestellt wird. Ein gelber Naturfarbstoff – das Lipochrom – hat als Pigment eine ähnliche Wirkung auf die Ausprägung der Augenfarbe wie das Melanin. Dies resultiert in einer goldenen, gelblichen Färbung der Iris.

Grün

Im Vergleich zu Braun und Blau stellen grüne Augen eine echte Seltenheit dar. Mit einem Anteil von zwei Prozent machen sie einen sehr geringen Anteil der Weltbevölkerung aus. Das Zusammenspiel von einer geringen Konzentration des Melanins, dem Lipochrom Pigment und einer blauen Schattierung ergibt letztendlich die grüne Färbung. Verbreitet ist dieser Typ der Augenfarben zu geringen Teilen in Zentral-, West- und Nordeuropa.

Grau- und Rottöne

Neben den unzähligen Mischfarben aus den bereits benannten Farben, finden sich auch Grau und Rot bei einem verschwindend geringen Teil der Menschheit als Augenfarben.
Als “stahlblau” wird häufig eine Farbe bezeichnet, die nah an wirklich graue Augen grenzt. Der Übergang von besonders hellem Blau zu Grau ist folglich schwer zu definieren. Verantwortlich für die Farbgebung ist wiederum ein geringer Anteil von Melanin in Iris und Hornhaut. Grauäugige Individuen sind beispielsweise in Nord- und Osteuropa zu finden.

Durch intensive Ausprägungen von Albinismus kann die Pigmentstörung zu einer Erscheinung von roten oder auch violetten Augen führen. Blutgefäße, die das Gewebe des Augenbereiches durchziehen, werden in diesem Fall sichtbar. Das Vorkommen roter Augen ist somit nicht an einen bestimmten Kontinent gebunden, sondern geht auf genetische Ursachen zurück.

Heterochromie – mehr als eine Augenfarbe

Weniger als ein Prozent der globalen Bevölkerung besitzt eine sogenannte Iris Heterochromie, wodurch die Farberscheinung in der linken und rechten Iris voneinander abweicht. Verursacht wird diese Besonderheit von einem ungleichen Melaninanteil in den Pigmentzellen von Regenbogen- und Hornhaut. Die auffälligste Form ist eine vollständige Heterochromie, da tatsächlich zwei Augenfarben vorhanden sind. Ein Auge wäre beispielsweise braun wohingegen das andere Auge einen Blauton besitzt. Ist die Heterochromie allerdings zentral oder sektoriell ausgeprägt, dann weichen nur kleine Bereiche von der eigentlichen Augenfarbe ab. Letzterer Fall, bezieht sich auf Flecken auf der Iris, welche einen anderen Farbton annehmen. Die zentrale Heterochromie ist dahingegen von einem fließenden Übergang der normalen Augenfärbung zu einem andersfarbigen Ring, der die Pupille umgibt, geprägt. Die Heterochromie ist prinzipiell eine interessante, biologische Besonderheit und damit auch harmlos. Dennoch können einige vererbte oder erworbene Krankheiten sich durch eine Heterochromie erkenntlich machen. Einen ausführlicheren Einblick in dieses Thema bietet der hier verlinkte Artikel.

Die Färbung der Augen ist zwar in ihren Details ein Unikat aber im globalen Kontext verbindet sie uns auch mit einem mehr oder weniger großen Teil der Bevölkerung, wobei sowohl den geografischen Begebenheiten als auch der biologische Vererbung in dem jeweiligen Farbton Ausdruck verliehen wird.